Klimacamp in Gals (CH)

Küchenplenum

Vom 22.07.2010 bis zum 02.08.2010 kochten die Maulwürf_innen auf dem Klimacamp zwischen Biehler und Neuenburger See.

Eine teilnehmende Person schilderte auf Klimaschutz von unten ihre Eindrücke:
„Zuerst muss gesagt werden, dass das schweizer Klimacamp vergleichsweiße ein relativ kleines war. Mit 70 Teilnehmer war das diesjährige Camp zwar größer als das letztjährige mit 50 TeilnehmerInnen blieb aber unter den Erwartungen zurück. Dennoch war es ein produktives Camp auf dem alle drei Säulen eines klassischen Klimacamps vertreten waren:

Wissensaustausch und Selbstermächtigung durch Fähigkeitenaustausch:
Von Montag bis Freitag fanden täglich Workshops statt in je zwei Workshopphasen. Dabei war der inhaltliche Schwerpunkt mehr auf technische Aspekte gelegt oder auf Basics-Workshops zu einzelnen Themen wie Fleischkonsum Atomkraft… Eine generelle Herrschafts- und Kapitalismuskritik war oft gar nicht vorhanden oder weit in den Hintergrund gerückt. Auch ein Austausch über eigene Handlungsmöglichkeiten kam etwas kurz. In Gesprächen stellte sich heraus, dass es im Bereich des radikalen Umweltschutzes in der Schweiz so gut wie keine Widerstandskultur der direkten Aktion gibt. Vermutet wurde, dass das daran liegt, dass auf der einen Seite der rechtliche Weg, mit Bürgerentscheiden vielverspechender ist als in Deustchland, und auf der anderen Seite Blockadeaktionen extrem hohe Geldstrafen nach sich ziehen würden.

Klimaneutrales Leben auf dem Camp:
Das war eines der Stärken des Camps. Mit Solarkochern, Komposttoiletten, Solarzellen und vielen ausgeklügelten DIY-Details hinterlies das Camp einen sehr geringen ökologischen Fussabdruck und war überdies sehr inspirierend auch für den Alltag. Beispielsweise existierte eine Werkstatt in der aus allen Fahrradteilen Gürtel und Umhängetaschen gebastelt werden konnten.

Direkte Aktionen gegen Klimazerstörung:
Dass eine Kultur der direkten Aktionen gegen Klimazerstörung in der Schweiz noch sehr am Anfang steht zeigte sich auch hier.
Als zentrale “Massenaktion” wurde ein Baum gepflanzt auf der Baufläche eines Gaskraftwerkes. Das ist zwar sicherlich eine nette Aktion, von der Effektivität und dem Eskalationsniveau her aber sicher noch zu steigern. Positiv gesehen werden kann auch, dass die Organisationsstruktur auf dem Camp, zum Beispiel im Vergleich zum Klimacamp in Hamburg relativ horizontal ist, und es leicht schien sich dort mit einzubringen. Desweiteren gab es keine Organisationen die sich mit ihren Labels in den Vordergrund drückten, oder sonstwie vereinnahmten. Greenpeace war zwar der Hauptsponsor des Camps, trat aber ansonsten nicht in Erscheinung. Nächstes Jahr soll auf jeden Fall wieder ein schweizer Klimacamp stattfinden. Die Freiburger VoKü “Maulwürfe” wird wie dieses Jahr auch wieder kochen, und auch ansonsten wäre eine breitere Mobilisierung auch aus Deutschland denkbar.“

Camp in der Idylle Bambusstangengewirr
Für uns Kochenden von den Maulwürf_innen war das Klimacamp wieder einmal ein willkommener Anstoß uns über unser Kochen und Klimauswirkungen Gedanken zu machen.
Während wir üblicherweise auf Gaskochern kochen, erprobten wir uns im Umgang mit großen Töpfen auf einem Holzherd, nutzen das von der Solaranlage vorgeheizte Wasser, das wir in kürzester Zeit zum Kochen brachten und lagerten verderbliche Sachen in der durch Verdunstungskälte gekühlten „Kühlkammer“.
Darüber hinaus war uns wichtig, den Zusammenhang von Ernärungsweisen und Klima zu thematisieren. Die Maulwürf_innen kochen generell vegan und bio, zudem möglichst saisonal und regional.
Was sich im nächsten Jahr noch verbessern lässt: Mehr Equipment aus der Schweiz nutzen, damit wir mit unserem (nicht gerade klimafreundlichen Transportbus) nicht nocheinmal mit unserer fast kompletten Kochausrüstung 300km zurücklegen müssen.

Schritt 1: Planung Schritt 2: Schnippeln Schritt 3: Hacken Schritt 4: Raspeln Schritt 5: Kochen Und... mampfen!