Der Maulwurf steht für ein Kollektiv leidenschaftlicher Volxköch_innen, die mit einer mobilen Küchen in/um Freiburg und darüber hinaus kochen. Wie verstehen uns als Teil einer widerständig-emanzipatorischen Bewegung und unterstützen die Infrastruktur für politische Aktionen wie Camps, Demos, und Veranstaltungen.
Wir setzen uns für ein Leben jenseits von Diskriminierungen, Normalisierungszwängen, Macht- und Hierarchieverhältnissen ein und positionieren uns gegen (strukturelle) Mechanismen, die Menschen aufgrund ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit(en) zu Kategorien wie class, race, gender, age, religion…. ausgrenzen.
Das Kochen nehmen wir als Möglichkeit, uns in der Umsetzung dieses Anspruches zu versuchen und unsere Haltung nach außen zu transportieren. Konkret heißt das für uns: wir haben keine Chef_innen, wir achten aufeinander, wir arbeiten möglichst transparent, wir wollen voneinander und miteinander lernen, wir setzen uns mit unseren Kommunikations- und Gruppenstrukturen auseinander und reflektieren diese… Dabei sind wir uns der Widersprüche bewusst, auf die wir in einer strukturell diskriminierenden Gesellschaft stoßen, in der wir selbst aufgewachsen sind, die uns (ge)prägt (hat) und in der wir bislang noch leben. Deshalb wollen wir von anderen angeprochen werden, wenn wir uns selbst mackrig und/oder checker_innenmäßig verhalten und sich andere dadurch unwohl fühlen.
Wir sind eine selbstorganisierte Mitmachküche, in der sich jede_r einbringen kann und soll und wollen keine Dienstleistungsfunktion einnehmen. Dabei haben wir den Anspruch, einen Raum zu schaffen, indem sich jede_r ausprobieren kann; sei es am Schnibbeltisch oder am großen Topf.
Wollt ihr selbstständig auf Aktionen kochen, so weisen wir euch gerne in unser Equipment ein.
Gekocht wird bei uns ausschließlich vegan, nach Möglichkeit ökologisch, regional und saisonal.
Wir wollen allen ein leckeres und ausgewogenes Essen ermöglichen und kochen deshalb auf Spendenbasis. Sprich: alle zahlen soviel, wie sie können/möchten. Überschüssiges Geld spenden wir politischen Projekten und Aktionen und lassen es somit zurück in die Bewegung fließen.
Wir freuen uns über interessierte Mitkochende und haben stets offene Ohren für (An)Fragen.
Anfragen & Kontakt: maulwurfs(ä)riseup.net
Kommende Kochprojekte:
26.05.2012 Freiraum-Demo (Reutlingen)
01.-03.06.2012 Action, Mond & Sterne (Simmersfeld)
03.-10.06.2012 Klimacamp (Zürich)
07.-09.06.2012 New Direction Festival (Herrenberg)
22.-24.06.2012 Tour de Fessenheim (Freiburg/Fessenheim)
21.-22.7.2012 Holzrock-Festival (Schopfheim)
09.-12.8.2012 Internationales Anarchistisches Treffen (St. Imier, CH)
17.-22.08.2012 Carpe Viam, internat. Straßenkunstfestival (Tübingen)
30.08.-03.09.2012 Lebenslaute gegen Heckler&Koch (Villingen-Schwenningen)
07.-09.09.2012 Lady_fest (Freiburg)
Maulwurf´s Geschichte
Die Geschichte des Maulwurf-Kochkollektivs begann passenderweise mit einer Waldbesetzung:
„Am Sonntag den 20.Oktober [1996] um 6.00 Uhr haben wir damit begonnen, im Konrad-Günther-Park ein Hüttendorf einzurichten, um gegen die bevorstehende Abholzung der zum Teil 300 Jahre alten Bäume in diesem Park zu demonstrieren. Der Konrad-Günther-Park soll für den Bau der B31 Ost Neu abgeholzt werden. Um die Bäume möglichst effektiv zu schützen, werden wir in den Bäumen Hütten bauen und uns „häuslich“ einrichten. Die Baumhütten werden in bis zu 15m Höhe an Seilen aufgehängt, um möglichst schwer erreichbar zu sein. Parallel dazu wird am Boden ein Hüttendorf eingerichtet“ (Flugblatt, Oktober 1996)
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Nachdem sich die ca. 50 Umweltaktivist_innen in den BÖHMischen Dörfern (Anspielung auf den damaligen Oberbürgermeister Böhm) eingerichtet hatten, stellte sich bald die Frage nach der kulinarischen Verpflegung der Besetzer_innen. In der KTS stand damals das „Mampf-Mobil“, welches mit Kochequipment von der niederländischen Kochgruppe Rampenplan, ausgestattet war. Dieses Mobil wurde ins Hüttendorf gekarrt und bald dampften die Töpfe. Wenig später gab es eine lose Gruppe von Menschen, welche die Verköstigung des Dorfes stemmte.
Am 29. Oktober wurde der Park von rund 1000 Polizist_innen geräumt, am gleichen Tag noch begannen die Rodungsarbeiten. Der Widerstand war damit aber nicht gebrochen: Dienstag-Demos, Demo-Aktions-Tage und andere Aktionen wurden organisiert. Am 27. Juli 1997 wurden zwei Zelte auf dem Baustellengelände aufgestellt, die allerdings bald wieder geräumt waren.
Nach der erneuten Räumung stand die Frage im Raum, wie es mit dem „Mampf-Mobil“ weiter gehen sollte. Die bis dahin lose Kochgruppe beschloss, das Equipment zu kaufen und bald schon gab es die ersten Voküs der „Mampf-Kampf“-Crew, die sich später in die „Maulwürfe“ umbenannte.
Die Kochgruppe organisierte sich als Projekt innerhalb der Umwelt- und Projektwerkstatt in Freiburg. Als die KTS 1998 ins neue Haus in der Baslerstraße zog, beschlossen die Maulwürfe, mitzuziehen und sich an den Aufbau einer Großküche im Haus zu machen, wo sie wöchentlich zum so genannten „Gediegenen Abend“ einluden.
Die erste große Kochaktion war 1997 bei den Castorprotesten im Wendland, wo auch in den darauf folgenden Jahren gekocht wurde.
Bisherige Kochprojekte:
2012
2011
2010
zusammen mit LeSabot
ältere Kochprojekte